DIENSTRAUM #03 – PAWEL FERUS

 

Mitte Juli bis Mitte September 2018

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Auf Einladung der SBB bespielt das Kunstmuseum Olten einen ehemaligen Dienstraum auf dem zentralen Perron 7 des Oltner Bahnhofs ab Frühsommer 2018 mit zeitgenössischer Kunst. Die explizit für diesen Ort geschaffenen Werke nehmen Bezug auf das besondere Flair des Bahnhofs mit seinen eigenen Gesetzmässigkeiten. Auch die Tatsache, dass Oltens Geschichte eng mit der Entstehung des Schweizer Eisenbahnnetzes verbunden ist, soll darin Widerhall finden. Mitten im Pendlerstrom entsteht so ein Ort für Entdeckungen und Überraschungen, zum Nachdenken und Schmunzeln, zum Innehalten und Staunen. Den Auftakt machen Werke aus der Museumssammlung, die sich für die Präsentation im Bahnhof anbieten, aktuell:

 

 

 


ausdienstraum3PAWEL FERUS (*1973)

Femme de Venice Beach, 2017

Beton, Bikinioberteil, Armierungseisen

178 x 30 x 41 cm

courtesy the artist & balzer projects, Basel

Leichtfüssig humorvoll und philosophisch zugleich bringt Pawel Ferus in minimalistischer Ästhetik und mit der ihm eigenen technisch-handwerklichen Präzision absolut gegensätzliche Materialien zusammen und eröffnet damit, vom Titel untermauert, ein weites Feld an Referenzen und Assoziationen.

 

Die Figur als Paradedisziplin der klassischen Bildhauerkunst und der menschliche Körper als umkämpfte Projektionsfläche ökonomischer/politischer Interessen und individueller Begehrlichkeiten sind Gegenstand seiner Untersuchung.

 

Formal Bezug nehmend auf eine Ikone der Kunstgeschichte, Alberto Giacomettis (1901–1966) berühmte Serie «Femmes de Venise», die der Schweizer Künstler 1956 an der Biennale von Venedig präsentierte, lotet Ferus die Grenzen zwischen Figuration und Abstraktion aus, studiert das Verhältnis von Sockel und Skulptur sowie von Erscheinung und Begriff und experimentiert mit dem Darstellungstyp des menschlichen Torso.

 

Der gewagte gedankliche Sprung von den fragilen, existentialistischen Frauenfiguren Giacomettis zum sinnlich aufgeladenen Körperkult, den der Name des kalifornischen Traumstrands „Venice Beach“ evoziert, der nota bene auch für den Markennamen des von Ferus verwendeten Bikinis Pate stand, stösst Fragen rund um die Repräsentation, Konstruktion und Existenz von Körpern an – und verleitet vielleicht zugleich zur Feldforschung am nächsten Gewässer.

 

Pawel Ferus wurde 1973 in Polen geboren, hat im Kanton Solothurn die Matur und eine Steinbildhauerlehre abgeschlossen und anschliessen an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel einen Master in Fine Arts erworben. Ferus lebt und arbeitet in Basel. Sein Schaffen ist in privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten und wurde mit mehreren Atelierstipendien und Preisen ausgezeichnet. Zuletzt hat er 2017 in Olten im Rahmen der Jahresausstellung der Solothurner Künstlerinnen und Künstler den Rentsch-Preis erhalten – für die Beton-Skulptur «Ex Future Figure», ein mit weissen Unterhosen bekleidetes maskulines Pendant zu «Femme de Venice Beach».

 

Weitere Informationen:

www.pawelferus.com

www.balzerprojects.com

 

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