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Der von der Dichterin Else Lasker-Schüler stammende Name «Der Sturm» galt zuerst für eine deutsche Kulturzeitschrift. Gegründet hatte sie am 3. März 1910 der in Berlin geborene, in Saratow (UdSSR) gestorbene Pianist, Komponist, Schriftsteller und Redaktor Herwarth Walden (1878– 1941). Er hiess ursprünglich Georg Lewin, war mit Else Lasker-Schüler verheiratet und kulturell allem Neuen gegenüber aufgeschlossen. Mit der programmatisch «Der Sturm» genannten «Wochenschrift für Kultur und die Künste» schuf Walden ein kulturelles Forum, das Autoren wie Albert Ehrenstein, Karl Kraus oder Paul Scheerbart anzog und schon 1911 von den eben nach Berlin übersiedelten Künstlern der Dresdener «Brücke» genutzt wurde, um Holzschnitte zu veröffentlichen, die sie eigens für den «Sturm» schufen. Noch vor Kriegsausbruch (1914) wurde der zuerst im Zeitungsformat herausgegebene «Sturm» die führende Zeitschrift nicht nur des deutschen Expressionismus. Herwarth Waldens Spürnase für neuartige Ausdrucksformen in Literatur und bildender Kunst ist es zu verdanken, dass im «Sturm» schon 1912 das futuristische Manifest erstmals im deutschen Sprachraum veröffentlicht und das Schaffen der internationalen Avantgarde in der Zeitschrift vorgestellt wurde. Die vom 2. Jahrgang an mit Holzschnitten, später mit Linolschnitten angereicherte Zeitschrift erschien zuerst als Wochenschrift, dann halbmonatlich, nach 1924 vierteljährlich und nach weiterem Formatwechsel in unregelmässiger Folge.

 

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