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DINGS DA

Sammlungspräsentation zur Ausstellung von Clare Goodwin

 

19. September bis 22. November 2015

Vernissage: Freitag, 18. September, 18.30 Uhr

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mit Werken von: Jean-Edouard Augsburger, Marc Berthier, Urs Borner, Vreni Brandt-Peier, Anton Bruhin, Emil Bucher, Heini Bürkli, Samuel Buri, Bruno Cerf, Silvie Defraoui, Urs Derendinger, Martin Disteli, Franz Eggenschwiler, Esther Eppstein, Hans-Rudolf Fitze, Ronny Geisser, Constantin Guise, Urs Hanselmann, Max Hari, Serge Hasenböhler, Rolf Iseli, Daniela Keiser, Kurt Kleinert, Roman Köpfli, Jürg Kreienbühl, Hans Küchler (Kü), Hendrike Kühne / Beat Klein, Werner Otto Leuenberger, Urs Lüthi, Bernhard Luginbühl, Bruno Meier, Jörg Mollet, Jos Nünlist, Ursula Pfister, Marco Richterich, Gottfried Röthlisberger, Christian Rothacher, Henry Roulet, Christian Ryter, Ueli Sager, Alex Sadkowsky, Hugo Schuhmacher, Martin Schwarz, Alex Silber, Daniel Spörri, H. U. Steger, Peter Stöckli, Hugo Suter, Peter Travaglini und Alfred Wirz

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Die neue Sammlungspräsentation «DINGS DA» nimmt inhaltlich Bezug auf die aktuelle Hauptausstellung «Museum of the Unwanted» von Clare Goodwin und schafft für diese einen Echoraum. Damit greift das Kunstmuseum Olten ein Konzept auf, das 2014 anlässlich der Einzelausstellung von Mirko Baselgia erstmals – mit Erfolg – erprobt wurde. Die Verknüpfung von Ideen und Arbeitsweisen der aktuell ausstellenden KünstlerInnen mit verwandten oder bewusst kontrastierenden älteren, teils historischen Positionen ist anregend. Zugleich ermöglicht die periodische Neuhängung der Sammlung unter thematischen Schwerpunkten die Präsentation von länger nicht mehr gezeigten sowie von weniger bekannten Werken neben Highlights der Sammlung.

 

In Anlehnung an das «Museum des Unerwünschten» von Clare Goodwin hat Kuratorin Katja Herlach die Sammlung des Kunstmuseums Olten nach Werken durchforstet, in denen die Verführungs- und Suggestionskraft von Objekten auf ganz unterschiedliche Weise zum Tragen kommen oder die Lust am Sammeln zum Thema wird.

 

Viele der Exponate, die im 2. und 3. OG zu präsentiert werden, sind – nicht zufällig –·zwischen dem Ende der 1960er- und der Mitte der 1980er-Jahre entstanden, und damit in den Jahren, die für Clare Goodwins Liebe zu ausrangierten, besonderen Dingen konstitutiv waren. Aber es sind auch ganz neue Arbeiten darunter, wie das letztes Jahr von Daniela Keiser für die Oltner Portraitausstellung geschaffene «Oltner Gruppenbildnis» (Ihr Bündel ist bei Ihnen zu Hause oder im Büro), eine Kollektion von wunderlichen Wickeln aus ausgemusterten Kleidern von Oltner Persönlichkeiten.

 

Den Auftakt der Präsentation macht die knallig farbige Objektwelt der Popart, u. a. mit dem frühen Relief «Kickstarter 1006» von Urs Lüthi und graphischen Blättern von Rolf Iseli und Peter Travaglini. Die verspielte Trichter-Trachter-Installation des Oltner Zeichners «Kü» (Hans Küchler) oder die Zeichnungsserie «Im Umgang mit den Dingen» von Jörg Mollet führen die phantastische Metamorphosen vor, die Dinge unter den Händen von Kunstschaffenden erleben können. Ein Seitenblick gilt sodann den An-Sammlungen von Gegenständen, die sich in Künstlerateliers finden. Atelierbilder ganz unterschiedlicher Art von Constantin Guise, Christian Rothacher und Hans-Rudolf Fitze geben –·teils humorvoll und rätselhaft –·Einblick in die Produktionsstätten von Malern. In den kleinen «Disteli-Kabinetten» mit ihren farbigen Wänden taucht man in eine Wunderkammer ein, in der es Zeichnungen von stillen, magischen Dingen und geheimnisvolle Objekte zu entdecken gibt, die sich teils zu veritable Sammlungen auswachsen. Im 3. OG rücken Objekte als Rohstoff der Kunstproduktion in den Fokus: Hier sind Werke von Künstlern versammelt, die sich seit den späten 1960er-Jahren billigen Materialien zugewendet oder Abfall verwertet haben wie etwa Franz Eggenschwiler, der Schrott der VonRoll-Eisenwerke zu Skulpturen verarbeitete, oder Gottfried Röthlisberger, der das, was andere entsorgten, zu wuchernden Assemblagen zusammenfügte. Auch das Prinzip der Collage findet mit Arbeiten von Sylvie Defraoui, Esther Eppstein, dem Künstlerduo Kühne/Klein, Martin Schwarz oder Ueli Sager Berücksichtigung. In den die Ausstellung abschliessenden Gemälden des früh verstorbenen Ronny Geisser ist schliesslich die Vergänglichkeit aller Dinge präsent in den Spuren, die sie hinterlassen, etwa auf Hauswänden, Schrottplätzen oder anderen Schauplätzen am Rande der Gesellschaft.

 

 

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