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San Keller

THE L WORD - NO MAS METALES (Film)

 

Idee, Konzept und Performance: San Keller

Produzent: Kunstmuseum Olten

Bildgestaltung, Ton, Schnitt: Nina Stefanka

Musik: Dimitri de Perrot

Sounddesign und Tonmischung: Martin Scheuter

Farbkorrektur: Patrischa Freuler

Übersetzung: Rosalie Schweiker

Titel und Grafik: Elektrosmog

2015, 56 min.

 

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Vorführungen

Solothurner Filmtage, Kino Canva: Fr, 23. Januar 2015, 17.45 Uhr

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Solothurner Filmtage, Kino Canva: Di, 27. Januar 2015, 20.15 Uhr

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Kino RiffRaff, Zürich: Do, 19. Februar bis Mi, 25. Februar 2015

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Ab Februar wird der Film in verschiedenen Kinos und Kunsträumen der Schweiz gezeigt.
Die Spieldaten werden an dieser Stelle laufend ergänzt.

Im Kunstmuseum Olten wird das Film-Projekt vom 1. Februar bis 19. April 2015 dokumentiert.

 

Ausgangspunkt für den vom Kunstmuseum Olten produzierten Film-Erstling «THE L WORD – NO MAS METALES» von San Keller (*1971) war die 2013 vom Museum an den Schweizer Konzeptkünstler gerichtete Einladung, sich im Rahmen des Ausstellungsformats «Disteli-Dialog» mit dem Werk des politischen Zeichners und Karikaturisten Martin Distelis (1802–1844) auseinanderzusetzen.

Die Annahme, dass zwischen den beiden Kunstschaffenden in Bezug auf ihre Subversivität, ihren spielerischen, mit Ernst gepaarten Witz und ihr Interesse an Kommunikation eine gewisse Verwandtschaft besteht, welche einen anregenden Dialog des bekannten «Dienstleistungs-» und «Delegierkünstlers» Keller mit dem politisch motivierten Oltner Kalendermacher Disteli erwarten lassen würde, hat sich bewahrheitet.

 

Unter dem Titel «Disteli – Keller –·Warhol» verfolgte Keller eine provokante Projektidee: Es war sein erklärtes Ziel, den aus rund 2000 Werken Distelis bestehenden Gründungsbestand des Kunstmuseums Olten gegen ein einziges Werk der Pop-Art-Ikone Andy Warhol (1928–1987) aus einer amerikanischen Sammlung zu tauschen. Damit stellte Keller gewohnte Verhaltensweisen im Umgang mit künstlerischen Hinterlassenschaften, die Rolle des Künstlers in der Gesellschaft und –ganz grundsätzlich –die Wertigkeit von Kunst zur Diskussion. Seine Behauptung, dass Distelis dem Liberalismus und einer dezidiert antiklerikalen Haltung verpflichtetes Werk aus dem lokalen Rezeptions-Kontext gelöst werden müsse, um in seiner ganzen rebellischen Kraft neu gewürdigt werden zu können, führte Keller ausserdem dazu, die Bedeutung des Liberalismus heute mit künstlerischen Mitteln zu befragen.

 

Als Medium für seine Arbeit wählt er den Film. Nach Drehs an neuralgischen Orten in Olten (vom Kunstmuseum über den Vögeligarten bis zum Stadthaus) und Interviews mit verschiedenen Akteuren aus dem Schweizer Kunstsystem hat er sich 2014 in die USA, das Land des Liberalismus, aufgemacht, um sein Tauschgeschäft aufzugleisen. Sein Rucksack enthält jedoch weder Adressen von Kunstsammlern noch Gesprächstermine mit Warhol-Besitzern, sondern Proviant für lange Fussmärsche. Denn Kellers Methodik ist unorthodox und genuin künstlerisch. Zu Fuss durchstreift er die Film-Metropole Los Angeles, klingelt an Häusern von potenziellen Warhol-Besitzern, schaut sich im Hotelzimmer Werbefilme für Villen an, schwenkt an Strassenkreuzungen ein Schild mit der Aufschrift «Do you know someone who owns an art work of Andy Warhol?», klemmt vor Supermärkten Zettel mit derselben Frage unter die Scheibenwischer parkierter Autos und unterhält sich nebenbei mit Passanten über ihr Verständnis von Liberalismus.

 

Auf seinen Streifzügen rund um Hollywood entfernt sich San Keller immer weiter vom ursprünglichen Ziel, einen Sammler zu finden, der einen Warhol gegen den Oltner Disteli-Nachlass tauschen würde; so weit, dass die Oltner Vorgeschichte im fertigen Film scheinbar ganz ausgeblendet wird. In den Vordergrund rückt stattdessen die Suche –die Suche an sich, oder aber die Suche nach dem Bild. «THE L WORD –NO MAS METALES» ist jedoch auch eine filmische Reflexion über ein mysteriöses «L-Word» (Los Angeles, Liebe, Langeweile, Loch oder Liberalismus?), über die Suggestionskraft von Bildern, die Macht des Geldes und vor allem über die Freiheit –die Kernthemen Distelis also.

 

 

DELETED SCENES

Galerie Brigitte Weiss, Zürich

Ausstellung, 30. Januar bis 14. März 2015

Vernissage: Freitag, 30. Januar 2015, 17 Uhr

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In der Galerie Brigitte Weiss in Zürich zeigt San Keller eine Ausstellung mit den DELETED SCENES und weiteren Werken, die während der Film-Produktion von THE L WORD. NO MAS METALES entstanden sind.

 

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