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Otto Morachs Wandbildentwürfe

 

21. Februar bis 1. Mai

Vernissage: Samstag, 20. Februar, 18.30 Uhr

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Otto Morach (1887-1973) gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Schweizer Moderne. Ebenso innovativ wie seine zwischen Expressionismus und Kubofuturismus oszillierenden Malerei war sein Interesse an diversen Bereichen der angewandten Kunst - vom Plakat über das Marionettentheater bis zur Textilkunst. Als Mitglied des Schweizerischen Werkbundes und als Lehrer an der Kunstgewerbeschule Zürich setzte er sich engagiert für eine neue Verbindung von Kunst, Architektur und Kunstgewerbe ein; naheliegend also, dass ihn auch das Thema «Kunst am Bau» beschäftigte.

 

Zwischen 1918 und 1949 schuf Morach - teils im Auftrag, teils als Konkurrent in Wettbewerben - Entwürfe für etwa zwanzig Glasfenster, Wandbilder und Mosaike. Zu den wenigen realisierten Projekten gehört u. a. die Raumdekoration in einer Villa in Grenchen (1918/19), die Farbverglasung im Warenhaus Brann (heute Manor) an der Zürcher Bahnhofstrasse (1928), ein monumentales Wandbild für den Pavillon «Eisen, Metalle, Maschinen» an der Landi 1939 und das Mosaik «Lebensfries» im Amtshaus V in Zürich (1949). Einiges davon ist inzwischen zerstört. Umso wertvoller sind die rund vierzig Entwürfe, die sich im Nachlass erhalten haben. 2014 wurden sie dem Kunstmuseum Olten von Hugo Stüdeli, dem Neffen des Künstlers, als Ergänzung zum bereits 2013 hier deponierten Gemäldenachlass geschenkt.

 

In Kombination mit Archivmaterial, Fotos und Skizzenbüchern sowie Plakaten und Gemälden aus den jeweiligen Entstehungskontexten geben die in der Ausstellung erstmals öffentlich gezeigten Entwurfszeichnungen und 1:1-Kartons für Wandbilder Einblick in Morachs Arbeitsweise und in einen bisher wenig beachteten Zweig seines Œuvres. Damit schliesst die Schau an die Präsentation seines zeichnerischen Werks im Kunstmuseum Solothurn an. Zudem reflektiert sie Morachs von Neuerungswillen und Anpassung geprägte Auseinandersetzung mit einem markanten Phänomen seiner Zeit: In den 1920er- und 30er-Jahren erfreute sich das monumentale Wandbild in der Schweiz grosser Beliebtheit. Vom Staat in Krisenzeiten als Mittel zur Arbeitsbeschaffung gefördert, hatte das öffentliche Medium pädagogische und identitätsstiftenden Aufgaben wie die Darstellung immaterieller Werte zu leisten.

 

kuratiert von Katja Herlach

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