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Vibrierende Farbe, atmende Form

Sammlungspräsentation mit Gast Roman Candio

 

27. November 2016 bis 26. Februar 2017

Vernissage: Samstag, 26. November, 18.30 Uhr

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Sammlungspräsentationen, die inhaltlich Bezug auf die jeweils aktuellen Hauptausstellungen nehmen, sind eine Spezialität des Kunstmuseums Olten. Auch für «Ferdinand Gehr – Bauen an der Kunst» gestalten wir wiederum einen Echoraum, in dem Highlights der Sammlung auf länger nicht mehr gezeigte und weniger bekannte Arbeiten treffen.

 

 

auscandio02auscandio03auscandio04Ferdinand GehrRoman CandioFerdinand GehrLandschaften und Blumenbilder von Ferdinand Gehr (1896–1996) stehen im Zentrum der Schau. Sie bilden den Anknüpfungspunkt für ein in verschiedene Richtungen ausgreifendes Netz an Bezügen: Es bringt etwa Werke von Paul Stöckli und Pia Schelbert, die 1953 neben Gehr oder in seinem Auftrag an der künstlerischen Ausstattung der Oltner Marienkirche beteiligt waren, zusammen mit den archaischen Formzeichen von Matias Spescha, der Mitte der 1960er-Jahre im Stadthaus Olten ein prominentes profanes Wandbild realisieren konnte. Aus Gehrs eigener Generation sind u. a. Hans Arp und Sophie Taeuber vertreten.

 

 

auscandio05auscandio06auscandio07Hans ArpSophie Taeuber-ArpMatias SpeschaEinen besonderen Schwerpunkt bildet die um Leihgaben aus dem Atelier erweiterte Werkgruppe von Roman Candio (*1935), dessen Schaffen durch seine enge Verbindung mit Ferdinand Gehr prägende Impulse erhalten hat – spürbar in den atmosphärischen Blumen- und Landschaftsaquarellen sowie in der sprühenden Kraft der Farbe oder der Vereinfachung der Form in seinen Ölgemälden und Wandbildentwürfen. Ab 1960 war der Solothurner Maler als Assistent an mehreren Kunst-am-Bau-Projekten Gehrs beteiligt und blieb dem Ostschweizer Kollegen bis zu seinem Lebensende freundschaftlich verbunden.

 

Wie Gehr hat auch Candio seit Mitte der 1960er-Jahre eine Vielzahl an Arbeiten im öffentlichen Raum realisiert, die ihm Bekanntheit und Anerkennung in weiten Teilen der Schweiz sichern: farbige Fenster, Wand- und Deckenmalereien, Bildteppiche und Wandreliefs für Kirchen, Spitäler, Verwaltungsgebäude und Schulen. In der Ausstellung sind einige Werke zu sehen, die damit in Zusammenhang stehen, unter anderem die nicht ausgeführten Entwürfe für die Wandbilder im Stadthaus Olten von 1965. Auch Freskos, die unabhängig von Aufträgen entstanden sind, zeugen von der Auseinandersetzung mit spezifischen, am Bau verwendeten Techniken. Daneben richtet die Werkauswahl den Fokus auf zwei weitere zentrale Aspekte in Candios Schaffen: auf seine äusserst intensive Beschäftigung mit der Farbe sowie auf die fruchtbare Wechselwirkung von Collage und Malerei, insbesondere in den 1960/70er-Jahren.

 

kuratiert von Katja Herlach (Assistenz: Lorenz Wiederkehr)

 

 

auscandio08auscandio09Atelier Roman Candioitem22 

 

 

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