Gestörtes Liebesabenteuer
Werk des Monats August Martin Disteli (1802–1844) Gestörtes Liebesabenteuer / Zölibat, um 1834
Der zentrale Raum in der Ausstellung «Martin Distelis Frauenzimmer» im Disteli-Kabinett des Kunst -museums Olten ist Frauendarstellungen «im Bann der Liebe» gewidmet. Er versammelt eine grosse Bandbreite an pikanten Szenen. Sie offenbaren eine klar männliche Perspektive – zugleich aber auch eine politische. Als kritischer Beobachter und spitzfedrig- politischer Zeichner instrumentalisiert Disteli selbst zwischenmenschliche Zuneigung und Erotik, um politische Gegner blosszustellen oder um die Doppelmoral vieler Geistlicher und den reaktionären und populistischen Teil der Kirche anzuprangern.
Die als Entwurf für ein Agitationstaschentuch entstandene, äusserst provokante Zeichnung mit dem Titel «Das Gestörte Liebesabenteuer» (auch «Zölibat») von 1834 ist ein besonders reizvolles Beispiel für die lustvolle Aufmerksamkeit, mit der sich Disteli dem Liebesbegehren des Klerus widmete. Die Werkbetrach-tung bietet Gelegenheit, der Bedeutung dieses erheiternden Blatts nachzuspüren und Verbindungen zu verwandten Arbeiten im Œuvre Distelis herzustellen. | ||
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Werke des Monats