«Selbstbefragung»
Werk des Monats Februar Hans Berger (1882-1977) Selbstbildnis, 1957
Der in Solothurn aufgewachsene und vor allem in Genf tätige Maler Hans Berger gehört zu den wichtigsten Schweizer Künstlern der ersten Hälfte des 20. Jhs. Nach beruflichen Anfängen als Architekt folgte er seiner Leidenschaft für die Malerei, entschied sich, seine Anstellung aufzugeben und als freiberuflicher Künstler tätig zu sein. Während eines Aufenthalts in der Provence (Arles) entdeckte er seine Faszination für die Farbe. Neben der Landschaftsdarstellung wandte er sich besonders der figürlichen Malerei zu. Sein Schaffen umfasst zahlreiche Selbstbildnisse – einige besonders schöne haben den Weg in die Sammlung des Kunstmuseums Olten gefunden. So auch das facettenreiche Werk, in dem sich Hans Berger als 75-Jähriger in seinem Atelier zeigt. Seine Haltung und sein kritischer Blick verweisen darauf, dass sich der Künstler nicht nur mit der äusseren Welt konfrontierte, sondern sich auch mit seiner eigenen Person auseinandersetzte. Dem Selbstporträt ist in der Sammlung die Halbfigur des Bildhauers Jakob Probst gegenübergestellt, der seinen Freund Hans Berger beim Innehalten und der zweifelnden Betrachtung der eigenen Arbeit darstellt. Eine spannende Gegenüberstellung, welche die Unsicherheit und die inneren Gefühlsregungen des Künstlers thematisiert. b b | ||
Werke des Monats
Hans Berger (1882–1977) Selbstbildnis, 1957 Öl auf Leinwand 78 x 67 cm Kunstmuseum Olten, Inv. 1958.3 | |
