Disteli-Kabinett, 20. Mai bis 12. August 2012

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Vernissage, Samstag, 19. Mai 2012, 18 Uhr

 

«Reineke Fuchs» ist die Hauptfigur eines seit dem 15. Jahrhundert in unterschiedlichen Fassungen überlieferten Tierepos. Es verdichtet die Abenteuer des listigen Räubers aus noch älteren Texten zu einer Erzählung mit satirisch-didaktischer und gesellschaftskritischer Ausrichtung. – Ein Stoff ganz im Sinn des Oltner Künstlers Martin Disteli (1802–1844), der für seine pointierten und witzigen Tierbilder geschätzt wurde. Es erstaunt daher kaum, dass Disteli in den politisch unruhigen Jahren um 1840 eine eigene Reineke-Ausgabe mit 20 Radierungen plante. In ihrer ganzen Fülle sind die Zeichnungen und Aquarelle zu diesem leider nie vollendeten Projekt nun erstmals in der gemeinsam mit der Stiftung für Kunst des 19. Jahrhunderts realisierten Ausstellung «Reineke Fuchs – Martin Disteli als listiger Tierzeichner» zu sehen. Sie stellt die dynamischen, kraft- und phantasievollen Entwürfe, die von Distelis Lust an der List zeugen, in den Kontext seiner Fabel-Illustrationen und der Bildtradition des Reineke. Es ist die neunte und letzte Ausstellung im Rahmen des seit 2008 von Kanton, Stadt und Privaten unterstützten Projekts zur Aufwertung der Oltner Disteli-Sammlung, das den Nachlass Distelis konservatorisch gesichert, für die Vermittlung erschlossen und aus wechselnden thematischen Perspektiven gezeigt hat. Zugleich bildet die Präsentation aber auch den Auftakt zu einer neuen Ausstellungsreihe, die Distelis Werk in einen Dialog mit zeitgenössischen Positionen bringt – als erstes mit der listigen Geschichte von Mocmoc des Künstlerduos Com&Com.

 

kuratiert von Katja Herlach und Bernhard Wiebel

 

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Reineke Fuchs - Martin Disteli als listiger Tierzeichner

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