DIENSTRAUM #07 – FRAENZI NEUHAUS

13. August bis 13. Oktober 2019

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ausdienstraum04Fraenzi Neuhaus (*1957)

 

Die siebte Intervention erinnert an die ursprüngliche Funktion des Glaskubus, die heute von der «Betriebszentrale Mitte» für das ganze Mittelland übernommen wird. Einst beherbergte der Dienstraum die technische Infrastruktur für das Bahnpersonal, um sich über Verspätungen und Zugsausfälle zu informieren oder Durchsagen zu tätigen. Es flossen an diesem Ort wichtige Informationen zusammen und wurden von hier aus weiterverteilt. Darauf sowie auf die zentrale Rolle des Bahnhofs Olten als Knotenpunkt und Kilometer 0 im Eisenbahnnetz der Schweiz sowie als wichtige Drehscheibe im Personenverkehr·–·es steigen hier täglich rund 80'000 Menschen ein und aus – spielt die Einnistung von Fraenzi Neuhaus (*1957) an:

 

Eingenistet 47.3519/7.9077, 2019

Glasfaserrohre, Kabelbinder

ca. 300 x 320 x 180 cm

Materialsponsoring: Arnold AG, Wangen a. A.

Leihgabe der Künstlerin

 

Ihr amorphes, netzartiges Gebilde ist mit Kabelbindern aus 1200 m Kunststoffrohr, einer sogenannten Speedpipe, zusammengebunden. Dieses Material wird aktuell in Zusammenhang mit dem Ausbau des Glasfasernetzes kilometerweise durch die ganze Schweiz verlegt. In die Speedpipes werden dann die Glasfasern mit einem ausgeklügelten Hightechverfahren eingeblasen. Dank dieser neuen Infrastruktur wird die Leistungsfähigkeit und Geschwindigkeit des Netzes für den Datenverkehr und die Kommunikation im world wide web landesweit auf einen neuen Stand gehoben.

Das Objekt erinnert jedoch auch an ein Nest oder eine Verpuppung, wie sie in mannigfaltiger Ausprägung in der Natur anzutreffen sind, an Konstruktionen also, die einem heranwachsenden Wesen Schutz bieten. Mit Fadengespinsten, Schaumblasen oder Gräsern und Holzstücken bauen zahlreiche Insektenarten, so z. B. die Zikaden, Niststätten für ihre Brut. Beim Menschen beginnt mit der «Einnistung» der befruchteten Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut die Schwangerschaft.

Mit ihrer Arbeit für den Dienstraum knüpft die Solothurner Künstlerin an frühere Installationen mit dem Titel «Einnistungen» an, die 2014/2015 entstanden sind. Amorphe Netzwerke und Strukturen sind nämlich seit jeher prägend für ihr Schaffen, das neben Objekten und raumgreifenden Installationen auch Zeichnungen und Photographien einschliesst.

Weitere Werke von Fraenzi Neuhaus sind vom 31. August bis 13. Oktober 2019 im Ausstellungsraum des Kunstvereins Olten an der Hübelistrasse 30 zu entdecken.

 

 

 

Auf Einladung der SBB bespielt das Kunstmuseum Olten einen ehemaligen Dienst-raum auf dem zentralen Gleis 7 des Oltner Bahnhofs mit zeitgenössischer Kunst. Die im rundum einsichtigen Glaskubus ausgestellten Werke nehmen Bezug auf das besondere Flair des Bahnhofs. Mitten im Pendlerstrom entsteht so ein Ort für Entdeckungen und Überrasch-ungen, der zum Nachdenken und Schmunzeln, zum Innehalten und Staunen anregen will.

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